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Interview mit den Roboter-Fußball-Weltmeistern
Interview
Samstag, 14. Juli 2007
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Das Fußball-Roboter-Team „Brainstormers“ der Universität Osnabrück hat sich gleich zwei Weltmeistertitel gesichert (BareboneCenter berichtete). Wir haben mit Prof. Dr. Martin Riedmiller dem Gruppenleiter der Neuroinformatics Group der Universität Osnabrück über die Erfolge, die Roboter und die notwendigen Fußballkenntnisse gesprochen und wurden so manches mal überrascht, denn die Teams spielen eigentlich taktisch wie Handball- oder Basketballteams und wirklich Ahnung vom Fußball muss man auch nicht haben. Es soll aber helfen.

Frage: Sehr geehrter Herr Professor Dr. Martin Riedmiller, erst einmal herzlichen Glückwunsch im Namen von BareboneCenter zum Doppelweltmeistertitel. Wie fühlt man sich nach so einem Erfolg.


Antwort: Wir freuen uns natürlich sehr über den großen Erfolg. Dem ganzen geht eine jahrelange, intensive Entwicklungsarbeit voraus, die nur durch das große Engagement aller im Team beteiligten Mitarbeiter und Studenten zu  bewältigen ist. Ich war schon vor dem Turnier sehr zufrieden mit dem, was wir vom wissenschaftlichen Standpunkt her erreicht haben; wenn es dann auch noch zu zwei Weltmeistertiteln kommt: umso besser.


Frage: Sie konnten mir Ihrem Team sowohl die „Simulationsliga 2D“ als auch die „Middle-Size-Liga“, die als Königsklasse gilt, gewinnen. Können Sie uns verständlich die Unterschiede der Ligen und die Anforderungen an das Team und die Roboter erklären?

Antwort: Die Simulationsliga ist eine der ältesten Ligen des RoboCups. Hier existieren die Roboter nur virtuell, d.h. ihr Verhalten wird im Rechner simuliert. Im Unterschied zu Computerspielen verhalten sich die simulierten Roboter aber wesentlich anders: Jeder einzelne Spieler wird von einem eigenen Programm gesteuert, d.h. es muss individuell entschieden werden ohne das Mannschaftsspiel aus dem Auge zu verlieren. Die Roboter haben ähnlich wie Menschen eine eingeschränkte Sicht, d.h. um gut spielen zu können, müssen sie „ahnen“, was sich außerhalb ihres Gesichtsfelds abspielt. Die Simulationsliga ist damit ein ideales Testfeld für die „höheren“ Entscheidungsebenen des Fußballspiels: Es geht um die Koordination eines Teams aus individuellen  Einzelspielern mit einem gemeinsamen Ziel - eine Fragestellung, die in der Informatik an vielen Stellen vorkommt.

In der Middle-Size-Liga spielen echte Roboter gegeneinander. Jedes Team baut diese Roboter selbst nach festgelegten Rahmenbedingungen. Die Roboter sind komplett autonom, d.h. sie werden nicht von außen gesteuert, sondern entscheiden über alle Bewegungen selbst.

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