| Der satirische Wochenrückblick-2008-05-30 |
| Stories - Satire |
| Freitag, 30. Mai 2008 |
|
Was die Milchbauern können, kann ich schon lange. Nein, keine Milch in Gülle kippen. Streiken natürlich. Während die Bauern die Milchindustrie bestreiken, habe ich beschlossen, dem Klimawandel ein Schnippchen zu schlagen. Fenster zu. Türen zu. Zuhause einmummeln und einfach nicht mitmachen beim überfröhlichem Biergartengequatsche und Sonnetanken. Klimawandel und Sonne kommt nur, mich erwischt ihr nicht.
Allerdings wird es nach einer Zeit langweilig zuhause. Nach knapp fünf Minuten wusste ich nicht mehr wohin mit mir. Also Glotze an und wild durch die Kanäle gezappt. Und keine Lust irgendwo hängen zu bleiben. Während bei RTL 2 und Vox mehr aus Deutschland flüchten als während des dunkelsten Kapitels unserer Geschichte, kämpft RTL mit DSDS um jeden Zuschauer. DSDS – Die Entscheidung. DSDS – Backstage. DSDS – Privat. DSDS – wo auch immer. Man kann dem kaum entkommen. Und da muss ich glatt gestehen, dass ich meinen Streik am letzten Samstag kurz unterbrochen habe. Hamburg. Reeperbahn. Eurovision Song Contest live. Ok, gesehen habe ich nix, da es einfach zu voll war, aber dafür gehört. Und da war einiges dabei, was ich nie hören wollte. Mark Medlock, Thomas wieauchimmer DSDS, Nicole, die Sugarbabes. Und das waren nur die Künstler, die live gespielt haben. Zu den Darbietungen im TV lasse ich mich lieber nicht aus. Das haben andere schon getan… Aber was mir aufgefallen ist. Kaum haben Thomas Dingensbummens und Mark Koks Medlock die Bühne getreten, kreischen sich die Blagen die Lunge aus den unterentwickelten Brustkörben. Und mir drängt sich eine Frage auf: wie fühlt man sich eigentlich als „Superstar“ mit 30, wenn einem die Fraktion der 11- bis 15-jährigen Schilder mit „Ich will ein Kind von Dir“ hoch hält. Angucken dürfte da doch schon strafbar sein. Finde ich irgendwie bitter. Da wird man „Superstar“ und was ist los? Die Bild macht Stimmung gegen Drogen beim Casting. Vor der Bühne jubeln Blagen und singen muss man, was einem eingeprügelt wird. Sex, Drugs und Rock´n Roll? Fehlanzeige! Das gleiche dürfte sich übrigens auch Herbert Grönemeyer gedacht haben. Der wurde auf irgendeinem Viva-Event – Koma, Komma oder so ähnlich – geehrt. Muss schon ein geiles Gefühl sein, wenn man von (ich sage mal ausnahmsweise) „Menschen“ bejubelt wird, die die eigenen Enkel sein könnten und deren IQ unter dem eigenen Lebensalter ist. Respekt. Wenn man wenigstens etwas Anspruch sucht, bleibt man irgendwie am Ende dann doch bei Herrn Jauch, dem Quiz Taxi und Co hängen. Da kann man selbst testen, ob man die Fragen beantworten kann und sich schön über die geistige Verdunklung freuen. Beispiele gefällig?
Dim lights
Embed Embed this video on your site
Tussialarm hoch zehn. Aber sie sagen es ja selbst: „Das finde ich jetzt aber wirklich armseelig…“ Ich auch!
Dim lights
Embed Embed this video on your site
Besser als die Orientierung komplett zu verlieren… Dim lights Embed Embed this video on your siteDa lobt man sich nach so viel Intelligenz doch den Gott of Quizshows! {mypec level=all con=1325}{/mypec}
|