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Der satirische Wochenrückblick-2008-11-07
Stories - Satire
Freitag, 07. November 2008
Ich bin gerade ein wenig in Sorge. Nein, nicht um den neu gewählten US-Präsidenten Obama. Der wird ja von Jack Bauer und Kollegen beschützt. Wobei schon seltsam ist wie viele Menschen vermuten, dass er seinen Amtsantritt nicht erlebt. Britische Buchmacher sollen bereits makabere Wetten anbieten. Aber das ist gerade nicht meine Sorge. Aber es geht in die richtige Richtung.
Genauer gesagt auf die Insel nach England. Dort hat man scheinbar gerade akute Langeweile und beschließt ein lustiges Gesetz nach dem anderen. Nein, keine Sorge. England hat das Gesetz, bei jedem großen Fußballturnier gesetzt zu sein, noch nicht in Angriff genommen. Dafür geht es Weihnachten an den Kragen.
Stadtrat von Oxford hat beschlossen, jeglichen Hinweis auf Weihnachten zu unterlassen. Statt am 25. Dezember den 1. Weihnachtsfeiertag zu feiern, plane man ein „Lichterfest“. Man wolle Einwohner mit anderen Religionen nicht kränken. Oxford stand für mich bisher für Elite und Bildung. Wie man sich irren kann. Aber vielleicht hat man ja einfach die Grundsätze der Englischen Fußball-Nationalmannschaft übernommen. Die verliert ja auch lieber, um keine Gegner zu kränken.
Aber nicht nur in Oxford regieren gerade Langeweile und Rinderwahn. Der Gemeinderat von Bournemouth hat der lateinischen Sprache den Kampf angesagt. Diese soll aus den Amtsstuben verschwinden. In der Stadt an der Südküste Englands ist es Beamten künftig verboten, Wörter wie et cetera, via oder ad hoc in Dokumenten zu verwenden. Stattdessen sollen sie und so weiter, durch und hierfür schreiben. Dies dann aber auf Englisch. Ist klar, oder? Die Begründung ist eigentlich das Beste. Ciceros Sprache sei „elitär und diskriminierend“, da viele Bürger bei vice versa, pro rata und bona fide nur Bahnhof verstehen. Doch auch in Deutschland gibt es einen Trend, der mir Angst macht. Zwar wird die Sprache nicht von Behörden beeinflusst, dafür aber von den Bürgern. Und das in erschreckender Art und Weise. Wer sich einfach mal durch Talk-Shows klickt, sich den typischen Viva-Zuschauer anhört oder durch Zufall eine Straßenumfrage hört, wird es festgestellt haben: das „ch“ stirbt aus. Schöne Worte wie „Ich“, „Dich“, „Mich“, „Teich“, „gleich“ oder „Bach“ sterben aus. Prominenter Gegner des „ch“ ist Kevin „Ich bin aus dem Stadion geflohen“ Kuranyi. Hier mal ein Beispiel aus seiner Zeit beim VfB Stuttgart:

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Ok, ok. Dass er den Unterschied zwischen Fragen und Antworten nicht kennt – das kann in der Aufregung ja passieren, aber wer genau hinhört findet den Mordversuch am „ch“. „Willste misch verarschen oder wie?“ Aus dem einfachen „ch“ wird immer häufiger das „sch“. Sätze wie „Ich liebe dich“ sterben aus. „Ich liebe dir“ ist da noch die harmlose Variante. Schlimmer wird es bei „Isch liebe disch“. Auch gut: „Das kannste disch in den Arsch schieben.“  Lasst uns das „ch“ retten, damit wir weiterhin im Teich baden können und nicht im Teisch ertrinken. Das Personalpronomen „mich“ klingt auch besser als „misch“, denn das ist für mich nur der Imperativ von Mischen. Sorry für diese elitäre Ausdrucksweise, aber meine Leser werden mich verstehen. Was sagen sie dazu, Herr Kuranyi?
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Eine „ch“-reiches Wochenende wünscht Euch
Euer Karl


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